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Schätze des Mittelalters

Aachen - Dom - Karlsschrein


Der Dom in Aachen wurde um 814 vollendet und ist ein achteckiger Zentralbau mit zweigeschossigem, 16-eckigem Umgang. Den Hauptaltar verziert die Pala d’Oro aus der Zeit um 1000. Auf der Empore steht im Westen der Krönungsstuhl der deutschen Könige. Manche nehmen sogar an, dass dieser auf die Zeit Karls des Großen zurückgeht. An diesen karolingischen Bau schließt sich im Osten der prächtige, 1414 vollendete Chor an. Diese Fenster, mit 27 Metern Höhe, waren die höchsten seiner Zeit. In diesem sogenannten ,,Glashaus’’ stehen viele mittelalterliche Schätze, unter anderem der Karlsschrein. Der Kranz der Kapellen wurde im Laufe der Zeit an den Bau angefügt. Und die ehemalige Stiftskirche St. Marien ist seit 1930 Kathedrale des Bistums Aachen.So wurde im Jahre 814 der fränkische König und römische Kaiser Karl der Große nach seinem Tod in der Aachener Marienkirche, dem heutigen, Dom bestattet. Sein Leichnam wurde in einen antiken Steinsarg gelegt, der heute in der Domschatzkammer steht.Im Jahre 1000 ließ Kaiser Otto III. den Leichnam Karls des Großen mit kostbaren Textilien ausstatten. Nach Heiligsprechung Karls des Großen im Jahre 1165 wurde ein neuer Sarg in Auftrag gegeben. Den Traditionen der Heiligenschreinen entsprechend war dies ein großer, mit vergoldetem Silber, vergoldetem Kupfer, Filigran, Edelsteinen, Email und Braunfirnisplatten geschmückter hausförmiger Schrein. Der 2,04 m lange Schrein wurde nach seiner endgültigen Fertigstellung 1414 in der Mitte des Chorabschlusses aufgestellt. Der Schrein besitzt viele bildliche Darstellungen. Außerdem werden genau zwei Mal acht Figuren, die je auf den Seiten angesetzt wurden, dargestellt. Diese zeigen unterschiedliche Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Die Bilder symbolisieren ihn als Stammvater aller Kaiser des späteren Heiligen Römischen Reiches.In weiteren Darstellungen des Schreins werden religiös-biblische Bilder aufgeführt. Diese befinden sich auf dem Dach des Schreins und bestehen aus acht Szenen aus der Legende  Kaiser Karls.

 

                                                               Aachen – Dom                                                                     
                                                               Klosterplatz 2 – 52062 Aachen           
                                    Öffnungszeiten   (April – Oktober) täglich 7.00 – 19.00 Uhr
                                                               (November – März) täglich 7.00 – 18.00 Uhr
                                                      Tel    0241 / 4 77 09-0
                                                      Fax   0241 / 4 77 09-144
                                                Internet   www.aachendom.de

                                                              Angaben zum Buch: 
                                                              Manuela Beer, Birgitta Falk, Andrea von Hülsen-Esch,  
                                                              Susan Marti, Petra Marx, Barbara Rommé und Hiltrud      
                                                              Westermann-Angerhausen:
                                                    Buch  Schönes NRW. 100 Schätze mittelalterlicher Kunst
                                                              282 Seiten, durchg. farb. Abb., broschiert, 12,95€
                                                              Klartext Verlag, Essen 2009
                                                              ISBN 978-3-8375-0080-6
                                               Internet  www.klartext-verlag.de

                                                              

Bielefeld - Ev. Neustädter Marienkirche - Marineretabel

Im Chor der ehemaligen Stiftskirche St. Marien in Bielefeld-Neustadt steht die Mitteltafel eines Altares. Diese Malerei wurde um 1400 angefertigt und besaß einst zwei bewegliche Flügel. Das Mittelbild zeigt die thronende Gottesmutter mit dem nackten Jesuskind auf dem Schoß in aufmerksamer Unterhaltung mit Aposteln und Heiligen. 30 kleinere Szenen aus dem Leben Mariens und Passion Christi wurden ursprünglich zu beiden Seiten der großen Mitteltafel untergeordnet. Je neun auf beiden beweglichen Flügeln. Von diesem Hauptwerk sind vier Bildfelder in Bielefeld. Die Bilderzählung beginnt links oben und läuft jeweils über das Mittelbild. Die oberste Reihe stellt das Leben Mariens, von der Heirat ihrer Eltern bis hin zur Eheschließung mit Josef dar. Die beiden unteren Reihen schildern das Leiden Christi vom Einzug in Jerusalem bis hin zu seiner Auferstehung. Nimmt man die heute zerstreuten Teile hinzu, so wird vom Beginn der Weltgeschichte bis zu deren Ende erzählt. Sie umfasst die gesamte christliche Heilsge-schichte. Das Mittelbild öffnet eine himmlische Sicht, nämlich das vertraute Gespräch der Heiligen untereinander. Diese werden mit ausdrucksvollen Gesten, bewegten Körperhaltungen und flatternden Spruchbändern die Bibelzitate enthalten, dargestellt.

 

                                                               Bielefeld – Neustädter Marienkirche
                                                               Papenmarkt 10a – 33602 Bielefeld
                                    Öffnungszeiten   täglich 10.00 – 18.00 Uhr
                                                       Tel   0521 / 6 08 54
                                                      Fax   0521 / 5 21 73 24
                                                Internet   www.marienkirche-bielefeld.de

                                                              Angaben zum Buch: 
                                                              Manuela Beer, Birgitta Falk, Andrea von Hülsen-Esch,  
                                                              Susan Marti, Petra Marx, Barbara Rommé und Hiltrud      
                                                              Westermann-Angerhausen:
                                                    Buch  Schönes NRW. 100 Schätze mittelalterlicher Kunst
                                                              282 Seiten, durchg. farb. Abb., broschiert, 12,95€
                                                              Klartext Verlag, Essen 2009
                                                              ISBN 978-3-8375-0080-6
                                               Internet  www.klartext-verlag.de

                                                              

Dortmund - Eine freie Hansestadt


Dortmund liegt am Hellweg und ist seit dem Frühmittelalter eine viel begangene Fernstraße. Vom 13.-15. Jahrhundert war Dortmund eine der wichtigsten norddeutschen Hansestädte. Als Reichsstadt war die Bürgergemeinde unmittelbar dem Kaiser unterstellt  und konnte ihre Lebensverhältnisse eigenständig durch den Rat der Stadt ordnen. Dortmund gehörte zur Hanse, ein niederdeutscher Städtebund, der die Handelsbeziehungen im nördlichen Teil Europas förderte. Dort wurden internationale Handelsbeziehungen geknüpft und Produkte des Handwerks wie Metallarbeiten und Wolltuche exportiert. Einen Teil Ihres Reichtums investierten sie in Stiftungen und Schenkungen an die Kirchen der Stadt. Die vier bedeutendsten Innenstadtkirchen enthalten herausragende Zeugnisse der spätmittelalterlichen sakralen Kunst. An ranghöchster Stelle steht St. Reinoldi als Hauptpfarrkirche mit den Gebeinen des Stadtpatrons. Dort kam der Stadtrat zum Ratsgottesdienst zusammen, die Ratswahl wurde dort abgehalten und der Kaiser wurde 1377 hier empfangen. Gegenüber liegt die Marienkirche, die älteste erhaltene Kirche Dortmunds. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhundert ließ sich der Dominikanerorden nieder. Und die heutige Kirche des Klosters ist die Propsteikirche. Als vierte mittelalterliche Stadtpfarrkirche wurde im 14. Jahrhundert die Petrikirche errichtet. Diese Bauten wurden weitgehend von Bürgern finanziert.

 

                                                              Dortmund  - Museum für Kunst und Geschichte
                                                              Hansastraße 3 – 44137 Dortmund
                                    Öffnungszeiten  Di, Mi, Fr, So 10.00 - 17.00 Uhr
                                                              Do 10.00 – 20.00 Uhr; Sa 12.00 – 17.00 Uhr
                                                      Tel   0231 / 50-2 55 22
                                                      Fax  0231 / 50-2 55 11
                                                Internet  www.museendortmund.de/mkk 
 

                                                              Angaben zum Buch: 
                                                              Manuela Beer, Birgitta Falk, Andrea von Hülsen-Esch,   
                                                              Susan Marti, Petra Marx, Barbara Rommé und Hiltrud      
                                                              Westermann-Angerhausen:
                                                    Buch  Schönes NRW. 100 Schätze mittelalterlicher Kunst
                                                              282 Seiten, durchg. farb. Abb., broschiert, 12,95€
                                                              Klartext Verlag, Essen 2009
                                                              ISBN 978-3-8375-0080-6
                                               Internet  www.klartext-verlag.de

                                                              

 

Düsseldorf - Kath. Pfarrkirche St. Lambertus, Schatzkammer - Kopfreliquiar


Die Schatzkammer birgt den über Jahrhunderte gesammelten Kirchenschatz eines Kanonikerstiftes. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts dient die Kirche als Stadtpfarrkirche. Die Kirche beinhaltet viele liturgische Geräte. Außerdem birgt sie ein beinahe lebensgroßes, aus Bronze gegossenes Männerhaupt. Dieser kräftige Kopf auf dem starken, sich nach unten verbreitenden Hals, der in einem Standring endet, wirkt streng und ehrfurchtgebietend. Haare und Bart sind beinahe Ornamental gestaltet. Die Nase sticht hervor. Die niedrige Stirn sowie das Kinn weichen eher zurück. Die Augen sind ohne Lider und besitzen als Augenbrauen zwei übereinander liegende, parallele Grate. Die Ornamental gestalteten Haare liegen eng am Kopf und sind durch symmetrisch angelegte Lockenbündel gegliedert. Der Oberlippenbart zeigt waagerecht nebeneinander laufende Strähnen. Die Enden sind nach oben gezwirbelt. Der Kinnbart entsteht aus gravierten Strichen am Kinn und geht in gelockte Strähnen über. Die strahlend blauen Augen aus Email wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts hinzugefügt. Der obere Teil des Kopfes wurde separat bearbeitet. Dieser dient als Deckel und lässt sich durch ein Scharnier am Hinterkopf öffnen. Somit ist das Haupt ein Reliquienbehälter. Denn seit dem 10. Jahrhundert kam es vor, dass Reliquien in einem Haupt oder auch Büsten gefunden wurden. So wollte man dem Heiligen, dessen Reliquien im Inneren verborgen waren, nach außen hin darstellen.

 

                                                              Düsseldorf  - Stiftung Museum Kunst Palast 
                                                              Ehrenhof 4-5 – 40479 Düsseldorf
                                    Öffnungszeiten  Di - So 11.00 - 18.00 Uhr
                                                       Tel  0211 / 899 02 00; Sa - So 0211 /  899 24 60
                                                      Fax  0211 / 892 95 04
                                                Internet  www.museum-kunst-palast.de 

                                                              Angaben zum Buch: 
                                                              Manuela Beer, Birgitta Falk, Andrea von Hülsen-Esch,  
                                                              Susan Marti, Petra Marx, Barbara Rommé und Hiltrud      
                                                              Westermann-Angerhausen:
                                                    Buch  Schönes NRW. 100 Schätze mittelalterlicher Kunst
                                                              282 Seiten, durchg. farb. Abb., broschiert, 12,95€
                                                              Klartext Verlag, Essen 2009
                                                              ISBN 978-3-8375-0080-6
                                               Internet  www.klartext-verlag.de   

                                                                        

             

Essen - Domkirche Cosmas und Damian - Siebenarmiger Leuchter


Die ehemalige Stiftskirche wurde 1958 zur Domkirche des damals neu gegründeten Bistums Essen erhoben. Der Dom ist eine gotische Hallenkirche aus der Zeit um 1300. Vor allem die ältesten Bauteile, Ostkrypta und Westwerk sind noch aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Aus der Blütezeit des Essener Frauenstifts im 10. und 11. Jahrhundert sind viele Kunstwerke erhalten geblieben. Darunter befindet sich auch ein 2 m hoher Bronzeleuchter mit sieben Armen. Dieser steht im Westen der Kirche. Sieben wie Blüten geformte Lichtteller liegen nebeneinander, davon drei zu jeder Seite der mittleren Stütze. Die Knäufe sind reich geschmückt mit Pflanzenornament und Halbedelsteinen sowie Schmuckfelder mit feinen Ranken gliedern die Leuchtarme. Über einer Art Kuppeldach endet der mittlere Schaft mit einem birnenförmigen Knauf. Die Form entspricht dem Bronzeleuchter im jüdischen Tempel zu Jerusalem, der in der Bibel beschrieben wird. Christlicher Kirchenschmuck erinnert oft an symbolische Vorbilder aus dem alten Testament. Auf den vier Ecken des breit ausladenden Fußes sind kleine Figürchen, die nicht vollständig erhalten sind. Diese symbolisieren die vier Himmelsrichtungen. Im Inneren des Leuchters liegt ein Gerüst aus drei geschmiedeten Eisenstangen, die durch Löcher in der mittleren Stange durchgesteckt sind. Der Leuchter ist passgenau aus 46 einzelnen Teilen zusammengesetzt. Die feinen Muster auf den Leuchtarmen wurden im Wachsmodell über einem Tonkern sorgfältig ausgeformt und mit Ton ummantelt und hart gebrannt. Der Stil der Ornamente lässt erkennen, dass dieses Kunstwerk für die Mitglieder der ottonischen Kaiserfamilie geschaffen wurde.

 

                                                              Essen  - Dom
                                                              Burgplatz 2 – 45127 Essen
                                    Öffnungszeiten  Mo - Fr Dom: 6.30 – 18. 30 Uhr
                                                              Sa Dom: 9.00 Uhr – ca. 19.30 Uhr
                                                              So Dom: 9.00 Uhr – ca. 20.00 Uhr
                                                      Tel   0201 / 2204-239
                                                      Fax  0201 / 2204-238
                                                Internet  www.dom-essen.de

                                                              Angaben zum Buch: 
                                                              Manuela Beer, Birgitta Falk, Andrea von Hülsen-Esch,  
                                                              Susan Marti, Petra Marx, Barbara Rommé und Hiltrud      
                                                              Westermann-Angerhausen:
                                                    Buch  Schönes NRW. 100 Schätze mittelalterlicher Kunst
                                                              282 Seiten, durchg. farb. Abb., broschiert, 12,95€
                                                              Klartext Verlag, Essen 2009
                                                              ISBN 978-3-8375-0080-6
                                               Internet  www.klartext-verlag.de  

                                                                

 

Herne - WL - Museum für Archäologie - Fürstengrab von Beckum

In den Jahren 1957 bis 1967 wurde in der Nähe von Beckum ein Gräberfeld des 7. bis 8. Jahrhunderts untersucht. Erst 1959 wurde das Grab eines Mannes gefunden, der mit Waffen und Luxusgegenständen auf seinem eigenen Schild bestattet worden war. Er lag in einer großen Grabkammer mit mindestens acht umliegenden Pferdegräbern. Dieser enthielt zahlreiche Gaben wie z. B. ein Schwert mit einem silbervergoldeten, reich geschmückten Ringknauf(Ringknaufschwert). Außerdem wurden weitere Waffen – Breitaxt, Lanze und Kurzschwert – gefunden. Bei ihm waren persönliche Gegenstände wie Messer, Pinzette und Feuerstein, die in einer Ledertasche mit goldenen Beschlägen an einem Gürtel erhalten ist. In einer Bronzeschale neben ihm lag ein aus Knochen geschnitzter Kamm. Ein mit Eisenringen beschlagener Holzeimer, ein kleines hölzernes Trinkgefäß, von dem nur die Randbeschläge aus Goldblech erhalten blieben, sowie ein schmaler, trichterförmiger Trinkbecher, ein Luxusgegenstand aus Glas, gehörten zu seiner standesgemäßen Ausstattung. Diese Gaben sollten als Symbol für seinen Rang und den Anspruch auch im Leben nach dem Tod schildern. Diese Grabbeigaben sind eher fränkisch als sächsisch geprägt. Zu jener Zeit gab es viele kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Franken und Sachsen. Und die Pferdegräber, die dem Fürsten von Beckum zugeordnet werden können, sprechen eher vielleicht für einen einflussreichen sächsischen Adligen, der im Kampf fiel und dort bestattet wurde.

 

                                                              Herne – LWL-Museum für Archäologie
                                                              Europlatz 1 – 44623 Herne
                                    Öffnungszeiten  Di, Mi, Fr 09.00 - 17.00 Uhr
                                                              Do 09.00 – 19.00 Uhr; 
                                                              Sa, So, Feiertage 11.00 – 18.00 Uhr
                                                      Tel   02323 / 9 46 28-24 und - 0
                                                      Fax  02323 / 9 46 28-33
                                                Internet  www.lwl.landesmuseum-herne.de

                                                              Angaben zum Buch: 
                                                              Manuela Beer, Birgitta Falk, Andrea von Hülsen-Esch,  
                                                              Susan Marti, Petra Marx, Barbara Rommé und Hiltrud      
                                                              Westermann-Angerhausen:
                                                    Buch  Schönes NRW. 100 Schätze mittelalterlicher Kunst
                                                              282 Seiten, durchg. farb. Abb., broschiert, 12,95€
                                                              Klartext Verlag, Essen 2009
                                                              ISBN 978-3-8375-0080-6
                                               Internet  www.klartext-verlag.de  

                                                             

Köln - die hillige stat von Cöllen


Köln war als Handelsplatz prädestiniert durch die Lage am Rhein, der die Nordsee mit den Alpenpässen verbindet. Hier kreuzten auch alte Handelsstraßen in West-Ost-Richtung.  Aus der reichen, mit Mauern befestigten römischen Grenzstadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium des Imperiums entstand Köln. Nach Rückzug der römischen Verwaltung, ab dem 5. Jahrhundert, war es der Herrschaftsmittelpunkt der Merowingerkönige. Tempel wurden zu Kirchen, alte Verwaltungsgebäude wurden von den neuen Herren als neue Residenz genutzt. In den Gräberfeldern an den großen Ausfallsstraßen entstanden Verehrungsorte, etwa für die legendäre Jungfrauenschar der heilgen Ursula. Die Bischöfe selbst nahmen als Kanzler des Reiches Einfluss auf die Politik. Kaiserin Theophanu, Braut Kaiser Ottos II, hielt sich gern in Köln auf und wurde auch 991 in St. Pantaleon begraben. Kölner Bischöfe hatten das Recht in Aachen deutsche Könige zu krönen. Das an Reliquien reiche Köln wurde mit der Zeit zu einem der meist besuchten Wallfahrtsorte der Christenheit. Dies führte1248 zur Grundsteinlegung eines neuen gotischen Domes, der erst 1882 vollendet wurde. Und sein 1322 geweihter, riesiger Chorbau mit den großen farbigen Fensterflächen gab dem Dreikönigenschrein eine fast überirdisch schöne Hülle. Der gewaltige Torso des Domes galt bis ins 19. Jahrhundert als Erkennungszeichen der Stadt. Köln war schon immer für das Bauen von romanischen Pfarr- und Klosterkirchen bekannt. Diese Baukonstruktionen überragten sogar die mit 40.000 Menschen bevölkerten Bürgerhäuser. Nicht nur Händler und Pilger aus allen Ländern kamen, sondern auch Bauleute und Künstler von Frankreich bis Böhmen. Sie arbeiteten für die Kirche und für den gehobenen Bedarf der Bürgerschaft. Die römische Stadtmauer wurde zwischen 1106 und 1180 mehrfach erweitert und ab 1200 entstand ein neues Werk, welches mit den Stadtmauern Roms und Konstantinopels zu vergleichen war. Das Generalstudium, die theologische Hochschule der Dominikaner, wurde zu einem geistigen Brennpunkt. Die erste städtische Universität auf deutschem Boden entstand 1388. Bei der Schlacht bei Worringen im Jahre 1288 siegten städtische Truppen unter dem Banner der drei Kronen über den erzbischöflischen Stadtherrn. Von diesem Zeitpunkt an sind die goldenen Kronen der Heiligen Drei Könige Bestandteil des Stadtwappens. Das erste repräsentative Rathaus entstand ab 1360. Im Hansasaal stehen den Ratsherren bis heute große Steinbilder der –Neun guten Helden – als Vorbilder einer guten Regierung. Und um 1414 wurde mit dem prächtigen Ratsturm ein weiteres Wahrzeichen für die Macht der Bürger gesetzt.

 

                                                              Köln - Dom
                                                              Domkloster 3  - 50667 Köln
                                    Öffnungszeiten  täglich 06.00 - 19.30 Uhr
                                                       Tel  0221 / 1 79 40-200
                                                      Fax  0221 / 1 79 40-299
                                               Internet  www.koelner-dom.de 
    

                                                              Angaben zum Buch: 
                                                              Manuela Beer, Birgitta Falk, Andrea von Hülsen-Esch,  
                                                              Susan Marti, Petra Marx, Barbara Rommé und Hiltrud       
                                                              Westermann-Angerhausen:
                                                    Buch  Schönes NRW. 100 Schätze mittelalterlicher Kunst
                                                              282 Seiten, durchg. farb. Abb., broschiert, 12,95€
                                                              Klartext Verlag, Essen 2009
                                                              ISBN 978-3-8375-0080-6
                                               Internet  www.klartext-verlag.de  

                                                              

Münster - Bischofstadt und Handelszentrum


Münster wird erstmals 793 als Mimigernaford erwähnt. Dieser Ortsname ist sächsisch und bedeutet – die Furt der Leute des Mimigern. Zusammengesetzt ist der Name aus der Bezeichnung einer naturräumlichen Eigenart und einem Familiennamen. Der friesische Missionar Liudger gründete ein Kloster, um die Missionierung vom Münsterland bis an die Nordsee voranzutreiben. 805 wurde er zum ersten Bischof von Münster. Sein Kloster und späterer Bischofssitz  wuchs stärker als die ältere Siedlung Mimigernaford. Schnell siedelten sich schon Kaufleute und Handwerker um den Dom(Domburg) an. In einem großen Kreis örtlich dieses mit Wall und Graben umgebenen Ortes bauten die Kaufleite ihre Handelshäuser. Nach und nach  wuchs eine Stadt zusammen, die um 1200 mit einem Wassergraben und einer steinernen Mauer mit Toren eingefasst wurde. Die Menschen in dieser Stadt waren weder adlig noch geistlich und entwickelten daher ein eigenes Selbstbewusstsein, verlangten Freiheit und rangen ihrem Landesherrn, dem Fürstbischof von Münster, die Rechte ab. Da die Stadtrechte für viele weitere westfälische Städte vorbildlich wurden, entstand ein städtisches Bürgertum. Wirtschaftlich war die Stadt auch gut abgesichert. Die Handelsverbindungen reichten von Skandinavien und dem Baltikum bis nach Frankreich und in die Rheinlande. Münster hatte auch viele Künstler und Werkstätten. Erst 1534, mit Sieg der Ratswahlen, führte eine reformatorische Bewegung – Die Täufer – mit Unterstützung der Handwerksgilden die Reformation ein. Und wegen den zwei Bilderstürmen wurden Kunstwerke aber auch das Archiv zerstört. Somit liegen keine Zeugnisse mehr über die Herstellung der Kunstwerke vor. 

 

                                                              Münster - Dom
                                                              Horsteberg – 48143 Münster
         Öffnungszeiten der Domkammer  Di – Sa 11.00-16.00 Uhr
                                                              So und Feiertage 11.00-16.00 Uhr
                                                       Tel  0251 / 4 95-3 22
                                                      Fax  0251 / 4 95-63 51
                                               Internet  www.paulusdom.de  

                                                              Angaben zum Buch: 
                                                              Manuela Beer, Birgitta Falk, Andrea von Hülsen-Esch,  
                                                              Susan Marti, Petra Marx, Barbara Rommé und Hiltrud      
                                                              Westermann-Angerhausen:
                                                    Buch  Schönes NRW. 100 Schätze mittelalterlicher Kunst
                                                              282 Seiten, durchg. farb. Abb., broschiert, 12,95€
                                                              Klartext Verlag, Essen 2009
                                                              ISBN 978-3-8375-0080-6
                                               Internet  www.klartext-verlag.de  

                                                              

 

 

Stadtmuseum Münster - Elfenbeindiptychon


Münster bietet seit kurzem zwei mittelalterliche Elfenbeinreliefs aus der Sammlung eines westfälischen Adelsgeschlechts. Diese wurden um 1300 in Paris geschaffen. Schon im 18. Jahrhundert wurden diese Kunstwerke als sehr wertvoll geschätzt. Aufgrund dessen hat der erste Staatsminister des Bischofs von Münster, Christian von Plettenberg, diese einrahmen lassen. Noch heute werden diese Werke getrennt in Rahmen vorgezeigt. Diese Elfenbein-werke gehören zu den fein geschnitzten Arbeiten aus Pariser Werkstätten. Das um 1300 entstandene Elfenbeindiptychon zeigt links auf der Tafel die Krönung Mariens und rechts die Kreuzigung Christi. Die Szenen sind unter großen Dreiecksgiebeln platziert, die seitlich von menschlichen Tragefiguren gehalten werden. Die Krönung Mariens ist 14,8 cm hoch und 10 cm breit. Die Gesichter und die Haare sind trotzdem bis ins kleinste Detail dargestellt. Außerdem werden Maria und Gottvater sitzend dargestellt. Zu ihren Füßen lagern ein Drache und ein Löwe. Über ihren Häuptern werden ein Engel, ein Mond und eine Sonne präsentiert. Engelsgestalten stehen zu beiden Seiten die jeweils ein Weihrauchfass und ein Weihrachschiffchen schwingen. Und im linken Bildfeld kniet eine wesentlich kleinere adlige Stifterin, die ihre Hände in Anbetung zusammengelegt hat. 

 

                                                              Münster - Stadtmuseum Münster
                                                              Salzstraße 48 – 48143 Münster
                                    Öffnungszeiten  Di – Fr 10.00-18.00 Uhr
                                                              Sa, So und Feiertage 11.00-18.00 Uhr
                                                       Tel  0251 / 4 92-45 03
                                                      Fax  0251 / 4 92-77 26
                                               Internet  www.stadtmuseum-muenster.de  

                                                              Angaben zum Buch: 
                                                              Manuela Beer, Birgitta Falk, Andrea von Hülsen-Esch,  
                                                              Susan Marti, Petra Marx, Barbara Rommé und Hiltrud      
                                                              Westermann-Angerhausen:
                                                    Buch  Schönes NRW. 100 Schätze mittelalterlicher Kunst
                                                              282 Seiten, durchg. farb. Abb., broschiert, 12,95€
                                                              Klartext Verlag, Essen 2009
                                                              ISBN 978-3-8375-0080-6
                                               Internet  www.klartext-verlag.de

                                                              

 

Selm-Cappenberg - Kath. Pfarrkirche St. Johannes Evangelist - Barbarossa-Kopf


Die heutige Pfarrkirche ist reich an Kunstschätzen. Sie hütet unter anderem eine Bildnisbüste, die zu den bekanntesten Kunstwerken der Zeit der staufischen Kaiser gehört. Dargestellt ist ein bärtiger Mann, dessen Hals sich nach unten sockelförmig verbreitert und einen architektonischen Unterbau beinhaltet. Der Blick des Mannes ist nach vorne gerichtet. Seine großen Augen sind versilbert und in Niellotechnik ausgeführt. Die stark gewirbelten Locken werden von einem Stirnband gehalten, Nietenlöcher weisen darauf hin, dass hier einst ein Band oder eine Krone befestigt war. Teile des Hauptes sind beinahe ornamental und aufgrund der asymmetrischen Gesichtszüge geht man davon aus, dass das Bildnis einer bestimmten Person dargestellt wird. Aus einer Urkunde Ottos von Cappenberg geht hervor, dass er das 31,4 cm hohe Bildnis zusammen mit einer Taufschale, Kreuz und einem Kelch dem Stift schenkte. Damit war deutlich, dass Kaiser Friedrich I. Barbarossa gemeint war. Denn Otto von Cappenberg war Friedrichs Taufpate. Die Form der Darstellung und insbesondere die Stirnbild lassen darauf schließen, dass eine Ähnlichkeit mit römischen Imperatoren beabsichtigt war. Otto barg dann die Reliquien des heiligen Johannes darin und übergab das Haupt als fromme Schenkung an den Stift.

                                                              Selm-Cappenberg – St. Johannes Evangelist
                                                              Schloss Cappenberg 1 – 59379 Selm
                                    Öffnungszeiten  Di – So 10.00-12.00 und 15.00-17.00 Uhr und nach
                                                              Vereinbarung(Internet)
                                                       Tel  02306 / 5 05 11
                                                      Fax  02306 / 7 33 60
                                               Internet  www.stiftskirche-cappenberg.de
                                                             

                                                              Angaben zum Buch:
                                                              Manuela Beer, Birgitta Falk, Andrea von Hülsen-Esch,   
                                                              Susan Marti, Petra Marx, Barbara Rommé und Hiltrud       
                                                              Westermann-Angerhausen:
                                                    Buch  Schönes NRW. 100 Schätze mittelalterlicher Kunst
                                                              282 Seiten, durchg. farb. Abb., broschiert, 12,95€
                                                              Klartext Verlag, Essen 2009
                                                              ISBN 978-3-8375-0080-6
                                               Internet  www.klartext-verlag.de