Das Testverfahren

Die BKK vor Ort hat sich als einzige Betriebskrankenkasse in Nordrhein-Westfalen für die Teilnahme an umfassenden Praxistests entschieden. Insgesamt nehmen rund 1.400 Versicherte am Testverfahren teil. Kann der Arzt die Karte einlesen, sind die Patientendaten sichtbar? Die Antworten auf diese Fragen werden im Laufe des Tests das Fundament sein, die komplexeren Funktionalitäten der eGK auf Herz und Nieren zu prüfen.

Insgesamt nehmen 7 Regionen am Testverfahren teil. Die Testregionen sind:

  • Bochum-Essen
  • Flensburg
  • Heilbronn (beendet zum 31.12.2009)
  • Ingolstadt
  • Löbau-Zittau
  • Trier
  • Wolfsburg

Aktuelle Informationen

Erste Teststufe (Release 1) - Erfahrungen

Die erste Teststufe (Release 1) dauerte von Juni 2007 bis Juni 2009.
Hier haben wir die Ergebnisse und Erfahrungen für Sie zusammengestellt.  

Allgemeines zum Einsatz in der Arztpraxis

  • Die Handhabung und Akzeptanz ist stark abhängig von den Funktionalitäten sowie der Geschwindigkeit und Stabilität der Paxissoftware.
  • Die Benutzerführung und Integration in existierende Masken ist oft kompliziert.
  • Die Stapelsignatur beim eRezept und den Notfalldaten ist nicht in allen Systemen umgesetzt worden.
  • Die Unterstützung zum Karten einlesen ohne Heilberufsausweis wurde selten umgesetzt (SMC-B-Unterstützung).
  • Der Einsatz von Terminals im Praxisnetzwerk sowie der Remote-PIN wurde fast gar nicht umgesetzt (SMC-A-Unterstützung).
  • Der IT-Dienstleister musste oft als "Flaschenhals" bei der Installation und dem Support agieren.

Versichertenstammdaten

Die - im Vergleich zur Krankenversichertenkarte - etwas längere Einlesezeit führte nicht zu relevanten Beschwerden. Im Hinblick auf Stoßzeiten (z.B. zum Quartalsbeginn) und flächendeckender Ausstattung aller Versicherten mit einer eGK wäre eine Beschleunigung wünschenswert.

eRezept

  • Die Praxistauglichkeit ist stark abhängig von der Umsetzung in der Software.
  • Für den "Rezepttransport" ist die eGK erforderlich. Dadurch sind übliche Geschäftsprozesse, wie zum Beispiel ein telefonisches Rezept, bei Hausbesuchen oder bei Heimbewohnern nicht vollständig abbildbar.
  • Insbesondere bei fehlender Stapelsignatur war die Geschwindigkeit unzureichend.

Notfalldaten

  • Aufgrund geringer Nutzungshäufigkeit ist die Praxistauglichkeit noch nicht wirklich beurteilbar.
  • In den meisten Systemen ist keine Übernahme aus bestehenden Daten (z.B. bei Diagnosen und der Medikation) möglich. Daher müssen Notfalldaten manuell erfasst werden.
  • Die Administration ist sehr aufwendig: Neben der Aufklärung zum Datenschutz und dem Einwilligungsformular ist die PIN-Eingabe des Arztes und des Patienten erforderlich.
  • Aktuell gibt es noch kein mobiles Equipment für das Rettungswesen. Daher ist die Sinnhaftigkeit für Arzt und Patient schwer einsehbar.
  • Unterschiedliche PIN-Verfahren bei den Versicherten erschweren die Nutzung der Notfalldaten und das PIN-Verfahren ist ungewohnt.

Zweite Teststufe (Release 2A) - in Vorbereitung

Im Jahr 2010 beginnt die nächste Teststufe (Release 2A). Für diesen Schritt werden die am Test teilnehmenden Leistungserbringer mit neuen technischem Equipment ausgestattet. Doch auch die Versicherten werden von ihrer Krankenkasse eine neue elektronische Gesundheitskarte erhalten. Der Austausch der Karten und Geräte ist notwendig, da die Technik in den vergangenen Jahren deutlich optimiert werden konnte. So startet die nächste Teststufe mit einer neuen Kartengeneration, der so gennanten G1-eGK.

Wann die Vorbereitungen für Release 2A abgeschlossen sein werden, steht noch nicht fest.

Archiv

Februar 2009:

Aus der Testregion Bochum-Essen:

In der Testregion Bochum-Essen sind 25 Arztpraxen mit 41 Ärzten, 15 Apotheken und zwei Krankenhäuser in die Tests eingebunden. Mit der Ausstattung der ersten Praxen und Apotheken sowie die Ausgabe der Karten wurde im Sommer 2007 begonnen. Im Juni 2008 wurden rund 8.000 eGKs ausgegeben; 95 % der Ärzte und 94 % der Apotheken sind einsatzfähig.

Gemäß der Vorgaben vom BMG (Bundesministerium für Gesundheit) und gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH) werden in der derzeitigen ersten Testphase ("Release 1"), die Pflichtanwendungen Versichertenstammdaten und eRezept sowie die freiwillige Anwendung Notfalldaten jeweils als Offline-Szenario (Datenspeicherung auf der eGK selber) getestet.

Aktuell ist die testregionen-übergreifende Evaluation durch die Booz & Company und die Universität Bayreuth gestartet. Erst mit Vorlage der wissenschaftlichen Begleitstudie wird eine detaillierte Bewertung der einzelnen, derzeit im Test befindlichen Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte möglich sein.

Weitere Teststufen sehen die Einbindung weiterer freiwilliger Anwendungen und die Online-Anbindung vor. Lesen Sie dazu auch die Informationen zum Testverfahren des Bundesministeriums für Gesundheit.

Mit 70 Service-Centern und Beratungsstellen im ganzen Bundesgebiet bieten wir ein flächendeckendes Netz. Ein Netz, das Sie immer auffängt. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie sich in Gesundheitsfragen entscheiden sollen – Ihre BKK vor Ort ist für Sie da.