Die neue Karte und ihre Vorteile

Die neue Karte verfügt im Gegensatz zur alten Karte über einen Mikroprozessorchip. Wie ein Minicomputer kann er Daten und Informationen verarbeiten. Neben Versichertenangaben wie Namen, Anschrift, Versicherungsstatus können nun auch medizinische Daten mit Hilfe der Karte gespeichert werden. Grundsätzlich wird zwischen Pflichtanwendungen und freiwilligen Anwendungen der Karte unterschieden.

Zu den Pflichtanwendungen gehören die Stammdaten des Versicherten, Verwaltungsfunktionen und das elektronische Rezept. Außerdem wird die elektronische Gesundheitskarte die Möglichkeit bieten, die Europäische Krankenversicherungskarte auf der Rückseite mit aufzunehmen. Diese "Grundausstattung" der Karte ist durch den Gesetzgeber den Krankenkassen vorgegeben.

Anders verhält es sich mit den freiwilligen Anwendungen, zu denen die Arzneimitteldokumentation, die Notfalldaten, die elektronische Patientenakte, Arztbriefe oder Patientenquittung gehören. Hier entscheiden die Versicherten selbst, ob und welche medizinischen Daten auf ihrer persönlichen Gesundheitskarte gespeichert werden und wer wann auf welche Daten zugreifen darf.

Pflichtanwendungen:

  • Daten wie Name, Geburtsdatum, Krankenkasse, Versicherungsstatus usw.
  • Elektronisches Rezept (eRezept)

Freiwillige Anwendungen:

  • Notfalldaten (Allergien, Arzneimittelunverträglichkeiten usw.)
  • Elektronischer Arztbrief (Befunde, Diagnosen, Therapieempfehlungen sowie Behandlungsberichte)
  • Arzneimitteldokumentation
  • Elektronische Patientenakte (Daten über Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Röntgenbilder, Laborbefunde usw.)
  • Daten, die der Versicherte selbst zur Verfügung gestellt hat

Außerdem: Aufnahme der Europäischen Krankenversicherungskarte auf der Rückseite der eGK

Vorteile der neuen Karte

Im Bereich der Pflichtanwendungen wird das elektronische Rezept zukünftig für eine bequeme und sichere Übertragung von Arzneimittelverordnungen, später auch für andere Verordnungen wie etwa Heil- und Hilfsmittel sorgen. Die Europäische Krankenversicherungskarte unterstützt eine direkte und unbürokratische medizinische Versorgung im europäischen Ausland.

Mit der elektronischen Gesundheitskarte bekommen Versicherte die Möglichkeit, persönliche medizinische Daten zu speichern. Sie können auf diese medizinischen Daten zugreifen und auch ihren behandelnden Ärzten und Apothekern bei Bedarf Einsicht in ausgewählte Informationen gewähren. Die Therapiesicherheit des Versicherten kann damit entscheidend erhöht, unnötige und belastende Mehrfachuntersuchungen können deutlich reduziert werden. Darüber hinaus trägt die neue Karte zu einer Optimierung der Verwaltungs- und Abrechnungsprozesse von Ärzten, Apotheken und Krankenkassen bei.

Vorteile im Überblick:

  • Erhöhung von Therapiesicherheit und Eigenverantwortung der Versicherten
  • Reduzierung von Mehrfachuntersuchungen
  • Vernetzung aller an der Gesundheitsversorgung beteiligten Akteure
  • Prozessoptimierung in Praxen, Krankenhäusern und Apotheken
  • Vorbeugung gegen Kartenmissbrauch
  • Versorgungssicherheit im europäischen Ausland

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